Vielerorts verschwunden, leben in den Blattjini der Neuntöter, der Wiedehopf oder die Nachtigall und der Segelfalter. Die Aspisviper oder die Smaragdeidechse fühlen sich in den Trockenmauern sichtbar wohl. Seltene Pflanzenarten wie der Diptam, das Schweizer Meerträubchen, der Walliser Beifuss oder die autochthone Walliser Flockenblume machen den Standort zu einem Hotspot der Biodiversität. Der trockene, warme und magere Standort zieht nebst Pflanzen auch über 30 Wildbienenarten und eine Vielzahl von Insekten an, die anderswo nicht mehr leben können. 

Im Gegensatz zur anspruchsvollen Weinkultur bieten sich Feigen, Oliven, Mandeln oder Pistazien geradezu an, sich konkurrenzlos in das Ökosystem Blattjini einzufügen. Sie brauchen wenig bis kaum Wasser (ausser in den Anfangsjahren). Sie sind robust gegen Schädlinge, gedeihen auf kargem Boden und werden zu kleinen bis mittelgrossen Sträuchern und Bäumen, die wertvolle Lebensräume für Vögel oder Insekten schaffen. Mit der Auswahl standortangepasster Untersaaten fördern wir die Insekten- und dadurch die Nützlingsvielfalt. Mit Mulchschichten auf den Baumscheiben erhalten und fördern wir die Bodenqualität, ohne die für das Vorkommen vieler Arten notwendigen mageren Standorte mit lückiger Vegetation zu gefährden. Der Kulturpflanzenanbau konkurrenziert die Biodiversität in den Blattjini nicht – im Gegenteil: Die vergandenen Parzellen würden versteppen, was bereits vielerorts zu beobachten ist. Langfristig gesehen initiieren wir einen Miniatur-Agroforst, der sich mit zahlreichen artenfördernden Strukturelementen abwechselt (Trockenmauern, Asthaufen, wenige gelegentlich bewässerte Stellen, Wildniszonen mit Wildsträuchern, -bäumchen, -blumen).

Wir investieren in eine lebendige Vielfalt!